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   Eine alltagstaugliche Diät

Fette         Proteine       Kohlehydrate   
Bevor Sie hier nun lesen, was Sie eventuell nicht essen sollten, geben wir Ihnen doch lieber erst einmal ein paar Beispiele dafür, wie viele gesunde und schmackhafte Lebensmittel Sie im Rahmen der komplexen Ernährungs- und Stoffwechseltherapie dennoch mit Freude genießen können. Besonders empfehlenswert sind Fisch, Obst und Gemüse. So werden Sie auch weiterhin köstliche Gemüseaufläufe, reichhaltige Obstsalate und vielfältige Fischgerichte verzehren können. Süßen und würzen können Sie im Prinzip nach Belieben. Oder sagen wir, auf jeden Fall in dem Maße, in dem es im Rahmen einer vollwertigen Ernährung ohnehin empfehlenswert ist. Kartoffeln und Hartweizegriesnnudeln (ohne Ei) können Sie ebenfalls in beliebiger Menge verzehren.
Natürlich gibt es auch einige Lebensmittel, die im Rahmen der linolsäurereduzierten Ernährung weniger bis gar nicht empfehlenswert sind. Diese müssen mit Bedacht gewählt und mengenmäßig begrenzt werden.
Die Grundvoraussetzung, um die linolsäurereduzierte Ernährung erfolgreich durchführen zu können, ist die Einsicht in die Notwendigkeit, der Entzündung mit dem weitestgehenden Verzicht auf Linolsäure/Arachidonsäure sozusagen den „Brennstoff“ zu entziehen.

Wenn Sie das erst einmal verinnerlicht haben, werden Sie Ihre neuen Ernährungsgewohnheiten schon sehr schnell meistern können. Spätestens aber nach ca. 3 - 6 Monaten, wenn die ersten Anzeichen eines Stillstandes zu spüren sind, werden Sie diese Ernährungsform gerne in Ihr Leben integrieren. Zumal Sie sich hierbei sogar noch etwas gesünder ernähren können als zuvor.

Allerdings sollten Sie nicht versuchen, sich und Ihre Ernährung von heute auf morgen in einem Kraftakt umzukrempeln. Auch hier liegt, wie bekanntlich bei vielen Dingen im Leben, in der Ruhe die Kraft. Es geht nicht darum, kurzzeitig spektakulär voranzukommen, sondern in eine praktikable Form einer langfristig begleitenden Ernährungsgewohnheit förmlich hineinzuwachsen.
In den ersten Monaten wird die Diätwaage wichtiges Handwerkszeug sein. Mit diesem Hilfsmittel werden Sie lernen, wieviele Gramm eines Nahrungsmittels welche Menge Linolsäure/Arachidonsäure enthalten. Versuchen Sie einfach, Ihre Ernährungssituation mit derjenigen Logik einer Kohlenhydratdiät beim Diabetiker zu vergleichen.

Aber wie schon gesagt, wir lassen Sie nicht alleine und begleiten Sie gerne mit kompetenter Unterstützung in allen Therapie- und Diätfragen. Das Gros unserer Patienten kommt mit jährlich 1 bis 2 persönlichen Untersuchungsterminen in unserer Klinik sehr gut klar. Weitere Fragen lassen sich in aller Regel auch telefonisch klären, sofern der Patient zuvor persönlich vorstellig wurde.

Die nachfolgenden Lebensmittel-Beispiele sollen Ihnen nur einmal einen kleinen Einblick vermitteln in die unterschiedlichen Linolsäure-Anteile.

Zum Beispiel: Streichfette / Öle
Zum Beispiel: Brote

Selbstverständlich werden wir Sie im Zuge der Komplexen Ernährungs- und Stoffwechseltherapie mit ausführlichen Lebensmittelangaben versorgen. Ebenso hält unsere Ernährungsberaterin, Frau Ingrid Hamm, die köstlichsten Rezepte für Sie bereit, die den Genuss ganz gewiss nicht zu kurz kommen lassen. Siehe "EINFACH, FETTARM, EINFACH GUT!" Rezepte und mehr & Tipps zur fettreduzierten, linolsäurearmen Ernährung nach Dr. Hebener für MS- und Rheuma-Patienten sowie Gesundheitsbewusste:

Auch wenn Ihnen Diät und Nahrungsergänzung am Anfang evtl. etwas kompliziert erscheinen - nach der speziellen Diätschulung in der Seviton-Privatklinik werden Sie ganz genau wissen, was Sie in welchen Mengen essen und wie Sie die Therapie in ihren Alltag integrieren können. Die meisten Familienangehörigen unserer Patienten haben sich längst ebenfalls auf den linolsäurereduzierten Speisenplan eingestellt. Denn er bringt nicht nur die Entzündung zum Stillstand, sondern liefert auch alle wichtigen Nährstoffe, lässt jede Menge Spielraum für Eigenkreationen und hilft als kleiner Nebeneffekt auch noch dabei, die schlanke Linie zu bewahren.

               
Fette

Margarinen, insbesondere Diätmargarinen und pflanzliche Öle, sind extrem reich an Linolsäure! Auf diese Produkte sollten Sie in jedem Fall verzichten. Die folgenden Beispiele verdeutlichen das Problem:

Diätmargarine

46.300 mg Linolsäure/100g

Sojaöl

53.400 mg Linolsäure/100g

Weizenkeimöl

55.800 mg Linolsäure/100g

Schweineschmalz

  8.600 mg Linolsäure/100g (1.700mg Arachidonsäure)

               
Proteine
Für eine gesunde Ernährung ist die ausreichende Versorgung mit Proteinen unverzichtbar. Dazu zählen auch Milchprodukte. Es sollten ausschließlich magere Fleischqualitäten unter Vermeidung von Schweinefleisch und höchstens jeden zweiten Tag verzehrt werden. Fleisch gehört zu einer ausgewogenen Ernährung. Jedoch gibt es auch Eiweiße pflanzlichen Ursprungs (wie z.B. in allen Gemüsesorten, Reis, Hartweizengries, Kartoffeln, Hartweizennudeln enthalten), die, wenn auch von etwas geringerer biologischer Wertigkeit, an den fleischlosen Tagen durchaus eine mögliche Alternative darstellen. Vorsicht ist jedoch bei allen Hülsenfrüchten geboten, die zwar einen hohen Eiweißgehalt, jedoch auch vergleichsweise hohe Linolsäurekonzentrationen enthalten.
               
Kohlehydrate

Es sollten möglichst komplexe Kohlenhydrate verzehrt werden. Empfehlenswert sind Kartoffeln, Reis und Hartweizennudeln ohne Ei. Bei allen Getreidearten sind die Hüllen um das Korn besonders linolsäurereich.
Aus diesem Grund sollten Vollkornprodukte möglichst gemieden werden.

Generell sollte Brot mit Bedacht ausgewählt werden. Denn auch das geschälte Korn ist relativ reich an Linolsäure. Roggen hat im Vergleich zu Weizen den geringeren Linolsäureanteil. Deshalb sollten Betroffene möglichst dunkle Brotsorten bevorzugen.

Brotsorten (100 g) Arachidonsäure (mg) Linolsäure (mg)
Roggenvollkornbrot - 385 mg
Weizenbrot - 415 mg
Grahambrot - 420 mg
Obst und Gemüse werden weiterhin ein zentraler Bestandteil der Ernährung sein. Vorsicht ist nur bei wenigen Sorten (z.B. Sprossen, Avocado oder, wie bereits erwähnt, Hülsenfrüchten sowie Nüssen) geboten.

Die leicht resorbierbaren Kohlenhydrate, insbesondere Zucker, sollten zurückhaltend verzehrt werden, wie dies im übrigen auch jedem anderen Menschen zu empfehlen ist. Es muss jedoch betont werden, dass weder Zucker noch Honig oder Süssstoff Linolsäure beinhalten. Entsprechend ist das "Linolsäureproblem" bei Marmeladen und Konfitüren ausschließlich durch den jeweiligen Fruchtanteil definiert und in der Regel zu vernachlässigen.
                    
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