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   Informatives über Multiple Sklerose

Linolsäure und MS

Die MS wird wie alle Entzündungen des menschlichen Körpers, so beispielsweise auch Rheuma, durch entzündungsfördernde Botenstoffe maßgeblich „angeheizt“. Für die Bildung dieser Botenstoffe benötigt der Organismus Arachidonsäure. Sie kann nur aus der Linolsäure gebildet werden, einer mehrfach ungesättigten essentiellen Fettsäure, die wir mit der Nahrung aufnehmen müssen, weil sie vom Körper nicht selbst gebildet werden kann. Linolsäure galt lange Zeit als ausschließlich gesund. Diese so oft gepriesene essentielle Fettsäure muss jedoch auch kritisch gesehen werden. So wird ihr übermäßiger Konsum heute für den drastischen Anstieg insbesondere von Allergien, Zuckerkrankheit oder Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises verantwortlich gemacht. Das heißt, dass ein Zuviel an Linolsäure in der Nahrungskette den nötigen „Brennstoff“ für ablaufende Entzündungen bereitstellt. Auf der Basis dieser Erkenntnis wurde eine komplexe Ernährungs- und Stoffwechseltherapie entwickelt, die Entzündungsreaktionen im Körper minimieren, eine überschießende Immunreaktion korrigieren und den Gewebeschutz verbessern kann. Zentrales Thema ist daher die Reduzierung der entzündungsfördernden, mehrfach ungesättigten Fettsäure Linolsäure. Linolsäure gehört zur Gruppe der Omega-6-Fettsäuren. Sie ist die wesentliche Speicherform der pflanzlichen Fette, vor allem in Pflanzensamen und entsprechend in Pflanzenölen. Arachidonsäure entsteht ausschließlich in tierischen Organismen aus der „Muttersubstanz“ Linolsäure. Sie wird entweder mit Lebensmitteln tierischen Ursprungs zugeführt oder sie entsteht im menschlichen Körper aus zugeführter Linolsäure. Gegenspieler der Linolsäure sind entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren. Die Umwandlung von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren findet ausschließlich in grünen Blättern, Moosen, Algen und Farnen statt. Der menschliche Körper kann diese Umwandlung nicht vollziehen. Mit der Nahrungskette reichern sich Omega-3-Fettsäuren in hoher Konzentration in Fischen an. Insbesondere Kaltwasserfische wie Makrele, Hering, Lachs und Forelle enthalten die höchsten natürlichen Anteile an Omega-3-Fettsäuren. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind essentiell und müssen daher mit der Nahrung zugeführt werden. Sie erfüllen eine Vielzahl lebensnotwendiger Funktionen, unterstützen physiologische Prozesse und damit die Gesundheit schlechthin. Im Falle von entzündlich-immunologischen Erkrankungen wie der MS verändert sich die Situation: Omega-6-Fettsäuren verstärken die Intensität der Entzündungsreaktionen, wobei die Linolsäure zusätzlich immunstimulierend wirkt und durch eine Intensivierung der Bildung „freier Radikale“ die Gewebeschädigung forciert. Speziell die Omega-3-Fettsäure EPA hingegen schwächt Entzündungen und überaktive Immunreaktionen ab und ist als Radikalfänger gewebsschützend. Aus dieser Logik heraus ergeben sich nun Möglichkeiten, mit einer einfachen Diät und unter Zugabe natürlicher Substanzen auf das Entzündungsgeschehen bei MS wirkungsvoll Einfluss zu nehmen durch 1. Beschränkung der täglichen Linolsäure-Aufnahme und 2. Ergänzung der Nahrung durch Omega-3-Fettsäuren (Fischöl). Allerdings ist es kaum praktikabel, den für eine therapeutische Wirkung notwendigen täglichen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren mit Fischen ausreichend zu decken. Hier empfiehlt es sich, die tägliche Nahrung mit hoch gereinigten Fischölkonzentraten zu ergänzen. Die Einhaltung einer Linolsäure reduzierten Diät ist unverzichtbarer Bestandteil auf dem Weg zu Progressionsminderung und langfristiger Stabilität der MS. Aus der Erfahrung vieler MS Patienten, die diese Ernährungsform praktizieren, hat sich als zuverlässig erwiesen, die tägliche Zufuhr an bilanzierungspflichtiger Linolsäure auf ein lebensnotwendiges Minimum zu reduzieren. Daher sollte der Verzehr von Lebensmitteln mit hohem Anteil an Linolsäure eingeschränkt werden.

                        
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