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   Vitalstoffe

Muschelextrakt         Omega 3       Selen       Vitamin E   

Die komplexe Ernährungs- und Stoffwechseltherapie beruht auf zwei Säulen:

der Einhaltung einer linolsäurearmen Diät
der Einnahme von diätetischen- und Vitaminpräparaten


Mit den unterstützenden Präparaten sollen antioxidative, immunmodulierende und antientzündliche Effekte erzielt werden.

               
M u s c h e l e x t r a k t

Die grünlippige Meeresmuschel gedeiht ausschließlich in bestimmten Regionen Neuseelands. Ihr Fleisch enthält neben Spurenelementen, Vitaminen und wertvollen Aminosäuren vor allem die sog. Glykosaminoglykane, die Teil der Grundsubstanz jedes Bindegewebes sind.

Bei dieser speziellen Muschel sind die Glukosaminoglykane von einer schützenden Hülle von Aminosäureverbindungen umgeben. Deshalb können sie auch "unbeschadet" in den Darm gelangen, die Darmschleimhaut durchdringen und somit spezifische Wirkungen im Organismus hervorrufen.

Wirkung
Die grünlippige Meeresmuschel (Perna Canaliculus) ist bisher einzigartig in ihrer antientzündlichen Wirkung. Sie ist entscheidend für die Hemmung der Prostaglandin-E2-Wirkung verantwortlich (Prostaglandin-E2 ist einer der Stoffe, die das Entzündungsgeschehen bei MS maßgeblich fördern).
Zudem wird über die Muschel wesentlicher Einfluss auf eine weitere, den Zerstörungsablauf bei MS entscheidend vorantreibende Kraft, die Lymphozyten, genommen.
Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben eine Hemmung der Prostaglandinsynthese. Dies bedeutet, dass die Herstellung verschiedener Entzündungsbotenstoffe (z.B. bestimmte Prostaglandine) mit Hilfe des Muschelextraktes gehemmt werden kann. Gerade im Hinblick auf chronisch entzündliche Erkrankungen und eine damit verbundene langfristige Anwendung entzündungshemmender Mittel ist die Einnahme einer natürlichen und nebenwirkungsfreien Substanz von großem Vorteil.
Es gibt eine ganze Reihe von Präparaten, die die grünlippige Meeresmuschel enthalten, jedoch muß man bei besonders günstigen Preisen die originäre Herkunft kritisch beurteilen. Eine besonders vorteilhafte Wirkung des Muschelfleisches wird durch die Kombination mit B-Vitaminen und Coenzym Q 10 erzielt.
B-Vitamine
Einige der Vitamine des B-Komplexes haben Einfluss auf die Funktion des Nervensystems. So kann beispielsweise ein Mangel an B-Vitaminen u.a. zu einer Entzündung des peripheren Nervensystems führen mit entsprechend typischen Symptomen wie Missempfindungen oder Lähmungen.
Ebenso kann eine mangelhafte Ausbildung der Myelinscheiden im Nervensystem die Folge sein.
Somit sorgen B-Vitamine für funktionierende Leitungsbahnen, eine Grundvoraussetzung für die neurophysiologische Rehabilitation von Funktionsausfällen bei MS.
Coenzym Q 10
Hochqualifizierte Untersuchungen haben eindeutig ergeben, dass mit zunehmendem Alter der Gehalt an Coenzym Q 10 in besonders stoffwechselaktiven Organen (Lunge, Herz, Bauchspeicheldrüse, Nebennieren) drastisch abnimmt.
Mit der Gabe von Coenzym Q 10 ist in vielen Fällen eine Besserung der Herzleistung verknüpft, so dass die Substanz therapeutisch eingesetzt wird.
Hinzu kommt aber auch eine antioxidative Wirkung des Q 10, indem es freie Radikale abfangen und so die Membran der Mitochondrien (energieproduzierende Bestandteile der Zellen) schützen kann.
               
O m e g a 3 – F e t t s ä u r e n

Omega 3-Fettsäuren übernehmen wichtige Funktionen in unserem Stoffwechsel. Sie sind essentielle Fettsäuren, d.h. Stoffe, die unser Organismus unbedingt braucht, die er aber nicht selbst produzieren kann. In besonders hoher Konzentration sind sie in Fisch enthalten. Deshalb lassen sie sich in Fischölen besonders hoch konzentrieren.

Wirkung
Omega 3-Fettsäuren gelten vor allem als Gegenspieler der entzündungsfördernden Linolsäure bzw. ihrem Syntheseprodukt, der Arachidonsäure. In diesem Zusammenhang sind vor allem die Eicosapentaensäure (EPA), die Docosahexaensäure (DHA) sowie Docosapentaensäure (DPA) von höchster Relevanz.
Das Grundanliegen des therapeutischen Einsatzes von "Fischölen" besteht in der Verdrängung der für die Entzündung absolut notwendigen Arachidonsäure. Insbesondere die EPA besitzt eine ausgeprägte entzündungshemmende Potenz.

Die Wirkungen der Omega 3-Fettsäuren auf einen Blick:

sie verdrängen den Entzündungs-Brennstoff "Arachidonsäure"
grundsätzlich hemmen sie die Enzyme, die den Abbau von Arachidonsäure zu Entzündungsstoffen regulieren
sie unterdrücken die Immunreaktion
Mit diesen Eigenschaften werden Omega 3-Fettsäuren zur Therapie der Multiplen Sklerose, der Krankheiten des Rheumatischen Formenkreises (z.B. chronische Polyarthritis) sowie chronischer Darmerkrankungen verstärkt eingesetzt.

Hoch konzentriertes Fischöl enthält im Ursprung bedeutend weniger Cholesterin. Daher gilt prinzipiell: Je höher die Wirkstoffkonzentration, desto geringer ist der Anteil unvermeidbarer Restfettsäuren sowie Cholesterin. Unverzichtbar für ein gutes Fischöl-Präparat ist auch ein hoher Zusatz von Vitamin E als Oxidationsschutz. Denn nur so ist gewährleistet, dass die wertvollen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren nicht mit Sauerstoff reagieren und vorzeitig verderben können.

               
S e l e n
Das nach der griechischen Mondgöttin "Selene" benannte essentielle Spurenelement muss zwingend mit der Nahrung zugeführt werden. Es fördert den Zellstoffwechsel und gewährleistet durch seine antioxidativen Eigenschaften eine stabile Zellentwicklung. Gerade in Deutschland, das durch Bodenbelastungen wie Überdüngung und schädliche Umwelteinflüsse ein typisches Selenmangelgebiet darstellt, ist Selen eine wertvolle Nahrungsergänzung.
Wirkung
Für die therapeutische Anwendung des Spurenelements Selen im Bereich chronisch entzündlicher Krankheitsprozesse wie beispielsweise bei Multipler Sklerose und Rheuma ist vor allem der Oxidationsschutz von größter Bedeutung. So ist Selen Bestandteil der Glutathion-Peroxidase, des sicherlich effektivsten körpereigenen "Radikal-Fängers".
Klinische Studien haben ergeben, dass eine längerfristige Ergänzung der täglichen Nahrung mit Selen die enzymatisch vermittelte Zellschutzfunktion gegen Sauerstoffradikale deutlich verstärkt.

Immer dann, wenn ein Krankheitsgeschehen als chronisch anzusehen ist und die Beschädigung im jeweils betroffenen Gewebe maßgeblich durch die Bildung von Sauerstoffradikalen mitgetragen wird, insbesondere bei chronisch-entzündlichen Prozessen, ist eine Nahrungsergänzung mit Selen als sinnvoll anzusehen.
Um den Oxidationsschutz nochmals zu verbessern sowie die Zellatmung effizienter zu gestalten, ist die Kombination mit Vitamin E und Coenzym Q 10 sinnvoll, ggf. auch mit Vitamin C.

               
V i t a m i n E

Vitamin E oder D-alpha-Tocopherol ist Bestandteil einer jeden Körperzelle. Es muss regelmäßig mit der Nahrung zugeführt werden. Aufgrund seiner Fettlöslichkeit zählt Vitamin E zu den wichtigsten natürlichen "Radikal-Fängern". Diese Sauerstoffradikale werden in den sog. Fresszellen (Phagozyten) oder Immunzellen (T-Lymphozyten) gebildet. Sie wehren Bakterien und Viren ab und vernichten abgestorbenes Gewebe, wie es im Entzündungsbereich entsteht.

Dieser natürliche Ablauf kann jedoch bei Menschen mit chronisch entzündlichen Erkrankungen, wie beispielsweise Multipler Sklerose oder Rheuma, empfindlich gestört werden. Da nämlich in diesen Fällen ein deutlicher Überschuss an Sauerstoffradikalen entsteht, werden auch gesunde Zellen angegriffen und geschädigt. Als Folge breitet sich der Entzündungsherd weiter aus.
Wenn das Gleichgewicht zwischen antioxidativen Abwehrmechanismen und "Radikal"-Angriff gestört ist, kommt es zum sogenannten "oxidativen Stress".

Wirkung
Aufgrund seiner Fettlöslichkeit ist Vitamin E der wichtigste "Radikalen-Fänger" (Antioxidanz), der die Zellen vor oxidativem Stress schützen kann. Das D-alpha-Tocopherol (chemische Bezeichnung für reines Vitamin E aus natürlichen Pflanzenölen) wird besonders fest in die Zellmembranen integriert und macht dort die Sauerstoffradikale unschädlich. Es besitzt die höchste biologische Wirksamkeit. Da es bei diesem Prozess selbst oxidiert, muss es ständig wieder ersetzt werden.

Da die Vitamin E-Zufuhr vorwiegend über Fette erfolgt, die MS- und Rheuma-Patienten aber mit Einhaltung der KEST eine besonders fettarme Ernährung praktizieren, muss dieses Vitamin zielgerichtet zugeführt werden. Die therapeutisch notwendige Dosierung kann ohnehin nur über hochkonzentrierte Päparate erreicht werden. Dann entfaltet es seine entzündungsshemmende Wirkung.
Das D-alpha-Tocopherol aus natürlichem Pflanzenöl ist in jedem Fall vorzuziehen, da seine Bioverfügbarkeit doppelt so hoch ist wie die von synthetisch hergestelltem Vitamin E.

                    
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